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German

DIE ZEITENFOLGE IM RAHMEN EINER
KOMMUNIKATIVEN GRAMMATIK DES ENGLISCHEN

ANMERKUNGEN ZU EINEM PHANTOM

Burkhard Leuschner

Last updated 16.4.2007
ENGLISH SUMMARY:
There is no such thing as an automatic sequence of tenses in reported speech. Tenses in reported speech are used as they are always used, i.e. the choice of a given tense form is dictated by the communication situation, more precisely: by the communicative intention of the speaker and/or the speaker's presupposition concerning the hearer's expectations. There is no automatism whatsoever.

The article describes the special communication situation connected with reported speech. It then illustrates the twenty or so usages of the past morpheme, first in 'ordinary' communication situations, then in the context of reported speech. It will become obvious that there is no difference in usage.


INHALTSVERZEICHNIS

Anmerkung

0. DIE ZEITENFOLGE

Es steht außer Zweifel, daß es eine Zeitenfolge in der indirekten Rede nicht gibt.

Gegen die Annahme einer Zeitenfolgeregel spricht dreierlei:

  1. die Sprache selbst;
  2. die Fülle der Ausnahmeregeln, die bei der Beschreibung der indirekten Rede stets aufgeführt werden;
  3. die verschiedenen Erklärungen für sog. Abweichungen von der Zeitenfolgeregel, Abweichungen, die man inzwischen nicht mehr einfach ignorieren kann.

Dabei ist im Grunde alles ganz einfach - Voraussetzung ist allerdings, daß man bei der Beschreibung der indirekten Rede die folgenden grundlegenden Eigenschaften der Sprache berücksichtigt.

1. ZUR SPRACHE

  1. Die Sprache ist ein (hierarchisch geordnetes) System von Zeichen. Jedes Zeichen muß unter vier Gesichtspunkten betrachtet werden, unter einem sonetischen, einem strukturellen, einem semantischen, einem sigmatischen ('the four S's'). Daraus leiten sich vier zu beschreibende Aspekte des Sprachzeichens ab: die Menge der Lautformen, die Struktur, das Semem (die 'Bedeutung'), die Menge der möglichen Referenda (die 'Dinge', die benannt werden können). Wichtig ist dabei, daß man die Begriffe 'Semem' und 'Referendum' streng auseinanderhält.

                  .............##########################.............
                  :            #            :           #            :
                  : LAUTFORMEN #  STRUKTUR  :   SEMEM   #  REFERENDA :
                  :            #            :           #            :
                  .............##########################.............
    
                      Bild 1: Die 4 Elemente des (Laut-)Zeichens
    
    
  2. Die Sprache ist Werkzeug, nicht Spielzeug. Spielzeuge mag man manipulieren und kombinieren, transformieren und generieren, verschieben, einsetzen und ersetzen. Werkzeuge sind dazu da, daß man sie benutzt. Die Sprache als Werkzeug benutzen heißt, Kommunikation treiben.

Kommunikation geschieht in Kommunikationssituationen. Kommunikationssituationen bestehen aus zwei Teilen:


          K O M M U N I K A T I O N S S I T U A T I O N

                #################################
                #      : Sprechsituation :      #
                #      :.................:      #
                #                               #
                # SPRECHER   [haus]    HÖRER    #
                #                               #
                #                               #
                #            LAUT-              #
                #            FORM               #
                #                               #
                #        Sprechhandlung         #
                #                               #
                #...............................#
                #      : besprochene Sit.:      #
                #      :.................:      #
                #         .........#..          #
                #        :            :         #
                #       :..............:        #
                #       :...::.........:        #
                #         REFERENDUM            #
                #################################

 KOMMUNIKATIONSGRUND >>>               >>> KOMMUNIKATIONSWIRKUNG
          KOMMUNIKATIONSVORGANG --- KOMMUNIKATIONSVORGANG

          Bild 2: Die mündliche Kommunikationssituation
Bezogen auf die mündliche Kommunikationssituation, ist da zunächst die Sprechsituation. Sie enthält im Prinzip den Sprecher und den Hörer sowie eine Sprechhandlung, bei der eine Lautform entsteht. Die Sprechsituation findet in einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort statt.

Da ist zum andern die besprochene Situation. Sie enthält im Prinzip die während der Sprechhandlung benannten Referenda, auch sie findet zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort statt.

(Mündliche) Kommunikation treiben, heißt (stark vereinfacht gesagt):

  1. mit Hilfe von Lautformen
  2. ausgewählte Elemente der benannten Situation benennen,
  3. damit der Angesprochene (der Hörer) auf diese Elemente aufmerksam wird.
  4. Dies erfolgt aus einer bestimmten inneren Motivation des Sprechers heraus,
  5. oder mit einer bestimmten Absicht in bezug auf den Angesprochenen.

Entscheidend (im Hinblick auf das Thema der indirekten Rede) ist nun die Tatsache, daß bei der Benennung der besprochenen Situation der Sprecher sich als Bezugspunkt setzt. Er sagt ich, wenn er sich als Element der besprochenen Situation meint; er sagt hier, wenn der Ort, an dem er sich befindet, der besprochenen Situation angehört; er sagt heute, wenn der besprochene Tag identisch ist mit dem Tag, an dem er spricht.

Sprache allgemein, indirekte Rede im besonderen, kann sinnvoll nur beschrieben werden, wenn man die genannten Kategorien beachtet - jedenfalls dann, wenn die Sprachbeschreibung dem Fremdsprachenlehrer dienen soll.

2. ZUR INDIREKTEN REDE

2.1 Drei Bereiche

Drei Bereiche werden im Zusammenhang mit der indirekten Rede üblicherweise behandelt:
  1. die Gesamtstruktur der Äußerung
  2. die Verwendung der Personal- und Demonstrativpronomina, sowie von Orts- und Zeitadverbialien
  3. die Verwendung der Tempora
Es wird zu zeigen sein, daß es sich dabei keineswegs um spezielle Probleme der indirekten Rede handelt.

2.2 Strukturen indirekter Rede

Äußerungen, die indirekte Rede enthalten, finden, wie alle sprachlichen Äußerungen, in Kommunikationssituationen statt - mit der Besonderheit allerdings, daß in diesem Fall die benannte Situation selber wieder eine Kommunikationssituation ist, die ihrerseits aus einer Benennungssituation und einer benannten Situation besteht. Ich bezeichne diese eingebettete Kommunikationssituation im folgenden mit 'B', ebenso ihre Elemente.
             K O M M U N I K A T I O N S S I T U A T I O N
      ###########################################################
      #               :   Benennungssituation.  :               #
      #               :.........................:               #
      #    KOMMUNI- ['They discussed his house.'] KOMMUNI-      #
      #    KATIONS-                               KATIONS-      #
      #    PARTNER                                PARTNER       #
      #                           SPRACH-                       #
      #                            FORM                         #
      #                                                         #
      #                        Sprachhandlung                   #
      #                                                         #
      #.........................................................#
      #              :   benannte Situation   :                 #
      #              :........................:                 #
      #                                                         #
      #                 KOMMUNIKATIONSSITUATION B               #
      #           #################################             #
      #           #      : Benennungssit. B:      #             #
      #           #      :.................:      #             #
      #           #                               #             #
      #           # KOMMUNI-   [haus]  KOMMUNI-   #             #
      #           # KATIONS-           KATIONS-   #             #
      #           # PARTNER B          PARTNER B  #             #
      #           #           SPRACH-             #             #
      #           #           FORM B              #             #
      #           #                               #             #
      #           #         Sprachhandlung B      #             #
      #           #                               #             #
      #           #...............................#             #
      #           #      :  benannte Sit.B :      #             #
      #           #      :.................:      #             #
      #           #         .........#..          #             #
      #           #        :            :         #             #
      #           #       :..............:        #             #
      #           #       :...::.........:        #             #
      #           #         REFERENDUM            #             #
      #           #################################             #
      ###########################################################

          Bild 3: Kommunikationssituation bei indirekter Rede
Der Sprecher, der indirekte Rede benutzt, benennt also zweierlei:
  1. die Benennungssituation B mit Elementen wie den Kommunikationspartnern B, Sprachhandlung B, usw.
  2. die benannte Situation B mit Elementen wie Dinge, handelnde Personen, Ereignisse, Ort, Zeit, usw.

Dies kann auf die verschiedenste Weise strukturell realisiert werden. Dabei besteht die Äußerung des Sprechers A nur zuweilen aus Haupt- und Nebensatz, enthält nur zuweilen ein einleitendes Verb im Past oder Present. Ein Beispiel muß zur vergleichenden Illustration genügen. Es stammt aus einem Protokoll und enthält zwei Äußerungen in indirekter Rede. Die Struktur der ersten Äußerung entspricht der üblichen grammatischen Beschreibung: Die Sprechsituation B (kursiv) wird durch einen 'Hauptsatz' benannt, die besprochene Situation B durch einen 'Nebensatz'; dabei benennt der Hauptsatz den Sprecher (K.R. Cripwell) und die Sprechhandlung (asked). In der zweiten Äußerung hingegen ist nur der Sprecher B (Mrs. Rogers) genannt, nicht jedoch die Sprechhandlung B; die besprochene Situation B wird durch einen ganzen Paragraphen benannt.

K.R. Cripwell asked if materials which children made were kept for later use.

Mrs. Rogers: Most, when they had served their maximum exploration, were taken away by the children. In fact, it had been difficult to collect examples from the schools to illustrate the talk, since many things had been taken home before Christmas. The kind of materials which were retained were the best slides and tapes, stories told on tapes and film loops. Even these items, which became part of the school's resources bank would be given new visuals by each succedding group of children. (IATEFL Newsletter 22:24)

Eines muß in diesem Zusammenhang noch betont werden. Der Sprecher, der indirekte Rede benutzt, benennt nicht die Äußerung (d.h. die Sprachformen), die der Sprecher B benutzt hatte, sondern er benennt direkt die gesamte besprochene Situation A. Man muß dies beachten, wenn man dem Phänomen der indirekten Rede gerecht werden will. Sie ist ein Sprachmittel eigener Art, man darf, wenn man sie beschreibt, nicht immer auf die wörtliche Rede (des Sprechers B) schielen. Das tut der Sprecher A ja auch nicht. Ihm kommt es darauf an, was der andere gesagt hat, nicht wie er es gesagt hat.

Noch eine Anmerkung: Zur 'indirekten Rede' zählen nicht nur die Situationen, in denen der Sprecher B explizite Sprachhandlungen durchführt (he said), sondern auch solche, in denen man von seinem 'unausgesprochenen' Wissen redet (he knew) oder von seinen Gedanken (he thought) u.ä.

2.3 Pronomina, Adverbialien, Tempusformen

Wenn man den angeführten Grundsatz beachtet, dann ist auch die Verwendung von Pronomina, Adverbialien und Tempusformen kein Problem mehr. Wie immer, setzt sich der Sprecher auch bei der Benutzung indirekter Rede in den Mittelpunkt der Welt, d.h. er beschreibt die gesamte besprochene Situation (die Kommunikationssituation B) von seinem Standort aus. Bei der indirekten Rede gelten selbstverständlich die normalen Regeln der Sprachbenutzung!

Zum Problem der Pronomina und Adverbialien hat Detlev von Ziegesar (1976) eine ausführliche Arbeit vorgelegt. Was die Tempora angeht, so wird unsere These von einer Untersuchung Vera Vouks (1967) bestätigt. In ihrem Material zeigen 13% der Belege eine Tempusform, die nach den traditionellen Regeln nicht zu erwarten war; 47% der Beispiele waren strukturell überhaupt nicht mehr vergleichbar mit den Äußerungen, auf die sie sich bezogen. D.h. insgesamt 60% aller Äußerungen indirekter Rede weisen unabhängig gesetzte Tempusformen auf.

Damit ist der angeblichen Abhängigkeit der Tempusformen im Nebensatz von den Tempusformen im Hauptsatz der Boden entzogen: Wo der Sprecher die Tempusformen von seinem Bezugspunkt aus setzt, bleibt kein Raum für strukturellen Automatismus. Abgesehen davon bestehen, wie wir gesehen haben, gar nicht alle Äußerungen indirekter Rede aus Haupt- und Nebensatz.

Wenn die traditionelle Regel der Zeitenfolge aber nicht gilt, wie dann werden die Tempora in der indirekten Rede benutzt? Die Antwort ist oben schon angedeutet: Ebenso wie sonst auch! Das soll im folgenden begründet und illustriert werden.

3. ZUM PAST

3.1 'Backshift' und 'Non-backshift'

Betrachten wir noch einmal die traditionelle Regel: "Backshift takes place when any reported matter is introduced by a reporting verb in the past tense." (Quirk et al. 1972:786) Diese Regel enthält, wie alle Regeln der traditionellen Grammatik, ein Korn Wahrheit. Es läßt sich nicht leugnen, daß es 'backshift' in der indirekten Rede gibt. Dabei heißt 'backshift', daß der Teil der Äußerung, der sich auf die besprochene Situation B bezieht, 'unerwarteterweise' Past enthält. Daß dies nichts mit einem zufällig vorhandenen oder nicht vorhandenen einleitenden Verb im Past zu tun hat, zeigen viele der folgenden Beispiele.
I've always said that eight was a perfect number. (zit. Korsakov 1969: 226)

M. Connelly: Did not Mr. Winks agree that the presentation of new material, especially dialogue was facilitated by tape recordings? (...) (IATEFL Newsletter 22:13)

Daß indirekte Rede 'backshift' zeigen kann, ist offensichtlich. Ebenso ist es offensichtlich, daß es indirekte Rede gibt, die kein 'backshift' aufweist. Und das ist wiederum unabhängig davon, ob ein einleitendes Verb vorhanden ist oder nicht, und wenn ja, welche Form es hat:

R.J.H. Matthews asked what happens when the teacher finds (...) (IATEFL Newsletter 22:43)

G. Lowe: Publishers are aware of the importance of professionally produced AV aids. New materials are coming out, in particular with authentic voices and modern visuals. (IATEFL Newsletter 22:18)

Es ist offenbar, daß ein Sprecher, der indirekte Rede benutzt, die Wahl hat zwischen 'backshift' and 'non-backshift'. Dies aber ist keine freie Wahl. Es gibt keine freie Wahl in der Sprache, jedenfalls nicht in dem Sinne, daß es gleichgültig wäre, ob man ein Zeichen benutzt oder ob man es nicht benutzt. Ein Sprecher, der 'backshift' gebraucht, muß logischerweise etwas anderes ausdrücken, als wenn er 'backshift' nicht gebraucht.

Was also drückt 'backshift' aus, oder (da 'backshift' benutzen so viel ist wie Past benutzen) was drückt Past aus? Gleich vorweg - damit kann nicht gemeint sein: Was drückt Past in indirekter Rede aus? Nach allem, was wir oben gesehen haben, ist es unwahrscheinlich, daß Past in indirekter Rede anders verwendet wird als sonst. Unsere Frage gilt also dem Past allgemein.

3.2 Pastformen

Der Begriff 'Tempus' ist vieldeutig und eng. Ich ersetze ihn deshalb durch den Begriff 'Verbalglied'. Als Verbalglied gilt jede Struktur, die den V-Slot eines Satzes füllen, die also z.B. in No one would disagree with the speaker's remarks an die Stelle von would disagree treten kann. Es gibt im ganzen ungefähr 120 englische Verbalgliedformen. Diese kann man (für unseren gegenwärtigen Zweck) zwei Gruppen zuordnen, je nachdem, ob sie das Pastmorphem enthalten oder nicht. Auf diese Weise erhalten wir die Gruppe der Pastformen auf der einen, die Gruppe der Non-Past- oder Presentformen auf der anderen Seite.

Wenn wir im Zusammenhang mit der indirekten Rede von 'backshift' sprechen, dann meinen wir damit die Verwendung irgendeiner der ungefähr 60 möglichen Pastformen.

3.3 Das Pastsemem

Jedes Zeichen hat ein Semem. Welches Semem kommt dem Pastmorphem zu?

Ich gehe aus von der Einsicht, daß Tempus und Zeit, und das heißt: Verbalgliedform und Zeit, im Prinzip nichts miteinander zu tun haben.

Ich gehe weiterhin aus von dem Gedanken, den Martin Joos (1964) bekanntgemacht hat, daß dem Pastmorphem die Bedeutung 'remoteness' zukomme. Ich ersetze diesen Begriff allerdings durch einen anderen, ähnlichen: den der 'Distanz'. Dieser Ansatz führt weiter. 'Remoteness' läßt an einen fernen Ort denken, 'distance' an zwei voneinander entfernte Orte. Mit diesem leicht veränderten Ansatz lassen sich nunmehr alle bekannten sowie einige bisher in der Literatur nicht erwähnte Verwendungsweisen des Past von einer einzigen Grundidee ableiten.

3.4 Die Verwendung von Past

Die Bedeutung von Past ist also 'Distanz' (und nicht etwa 'Vergangenheit'). Das heißt: Der Sprecher, der Past verwendet, benennt jeweils eine Distanz, und zwar eine Distanz zwischen zwei Situationen. Die eine Situation enthält das Ereignis, auf das das Vollverb in der Pastform verweist, ich nenne sie deshalb die Ereignissituation. Die zweite Situation ist die Bezugssituation.
         Ereignis-                              Bezugs-
         situation                              situation
       ...........                             ...........
       :         :                             :         :
       :         :.......... DISTANZ ..........:         :
       :         :                             :         :
       :.........:                             :.........:
        (besproch.                             (Sprech-
        Situation)                             Situation)


            Bild 4: Distanz zwischen zwei Situationen
Meist (wenn auch keinesweg immer!) fällt die Bezugssituation zeitlich und örtlich mit der Sprechsituation zusammen. Wo dies der Fall ist, können wir sagen, daß das Past die Distanz zwischen der besprochenen Situation auf der einen und der Sprechsituation auf der anderen Seite benennt. Der Sprecher erlebt dabei die besprochene Ereignissituation als entfernt von seiner eigenen Situation.

Es gibt nun nicht nur ein Situationspaar der beschriebenen Art, sondern eine ganze Reihe - so wie es z.B. viele verschiedene Tischformen gibt, die man mit dem Wort table benennen kann. Ich habe bisher 18 Distanztypen gefunden, die mir eindeutig unterscheidbar scheinen (Bild 5).

.............................................................................
:              VERWENDUNGSWEISEN DES PASTMORPHEMS                           :
:...........................................................................:
:   EREIGNISSITUATION      :  BEZUGSSITUATION           : VERWENDUNGSWEISE  :
:..........................:............................:...................:
:A : Situation vor P       : Situation in Zeitpunkt P   : zeitliche Verwen- :
:  :                       :                            : dungsweisen       :
:  :.......................:............................:...................:
: 1:  vor der Gegenwart    :  P=Gegenwart               :    Vergangenheit  :
:  :.......................:............................:...................:
: 2:  vor der Zukunft      :  P=Zukunft                 :    zukünftiger P  :
:  :.......................:............................:...................:
: 3:  vor P                :  P=unabhängig von Sprecher-:    unabhängiger P :
   :                       :    und Hörerzeit           :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:B : erzählte Situation    : reale Situation            :  Erzählung        :
:..:.......................:............................:...................:
:C : mögliche Situation    : reale Situation            :  Spekulation      :
:..:.......................:............................:...................:
:D : nicht-reale Situation : reale Situation            :  Nichtrealität    :
:..:.......................:............................:...................:
:E : erwünschte Situation  : reale Situation            :  Wunsch           :
:..:.......................:............................:...................:
:F : Situation, wie sie    : reale Situation, die viel- :  Unsicherheit     :
:  : vielleicht ist        : leicht doch anders ist     :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:G : Situation, wie sie    : Situation, wie sie tat-    :  Notwendigkeit    :
:  : sein sollte           : sächlich ist               :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:H : geplante Situation    : reale Situation            :  nichtdurchzu-    :
:  :                       :                            :  führender Plan   :
:..:.......................:............................:...................:
:I : unerwartete Situation : normale Situation          :  Überraschung     :
:..:.......................:............................:...................:
:J : Situation, die nicht  : Situation, die stattdessen :  Nichtrelevanz    :
:  : mehr relevant ist     : jetzt relevant ist         :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:K : Berichtete Situation  : Sit. des Berichterstatters :  bloßer Bericht   :
:..:.......................:............................:...................:
:L : Situation, wie Spre-  : Situation, wie der Bericht-:  Widerspruch      :
:  : cher B sie sieht      : erstatter sie sieht        :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:M : Situation, wie der    : Situation, wie der Sprecher:  Berichtigung     :
:  : Sprecher sie zuvor    : sie nunmehr einschätzt     :                   :
:  : einschätzte           :                            :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:N : Situation, wie der    : Situation, wie der Sprecher:  Bestätigung      :
:  : Sprecher sie sah      : sie noch immer sieht       :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:O : Situation, wie der    : Situation, wie der Hörer   :  Unwissenheit     :
:  : Hörer sie sehen sollte: sie tatsächlich sieht      :  des Hörers       :
:..:.......................:............................:...................:
:P :           Vorgebliche Distanz zwischen             :  Höflichkeit oder :
:  : Situation des Hörers  : Situation des Sprechers    :  Bescheidenheit o.:
:  :                       :                            :  Unverschämtheit  :
:..:.......................:............................:...................:

          Bild 5: Die Verwendungsweisen des Pastmorphems

3.5 Beispiele

3.5.1 Hinweis

Im folgenden sollen die aufgeführten Verwendungsweisen des Past anhand von Beispielen dokumentiert werden. Wo möglich, führe ich zuerst Belege für 'normale' Äußerungen an, danach für Äußerungen in indirekter Rede. Auf diese Weise soll illustriert werden, daß die Pastverwendung in indirekter Rede den auch sonst gültigen Regeln für die Pastverwendung folgt, daß also 'backshift' kommunikative Gründe hat und nicht etwa der Automatismus ist, den die traditionellen Regelformulierungen suggerieren. Dies gilt auch für die Verwendungsweisen, die es ausschließlich in indirekter Rede gibt, insbesondere K (bloßerBericht ) und L (Widerspruch ).

Die Kommentare zu den Beispielen in indirekter Rede beziehen sich immer nur auf die kursiv hervorgehobenen Pastformen. Form und Verwendungsweise eines eventuell vorhandenen einleitenden Verbs werden außer acht gelassen. (Wo das einleitende Verb Past enthält, ist die Verwendungsweise selten identisch mit der, die das Verb im Nebensatz aufweist.)

3.5.2 A1 Vergangenheit

Ich beginne mit der Verwendungsweise, die auf Grund der grammatischen Tradition am leichtesten zu verstehen ist, mit der zeitlichen Distanz. Das Pastmorphem verweist in diesem Fall auf die Distanz zwischen zwei Situationen, von denen die eine (die Ereignissituation) vor der andern (der Bezugssituation) stattgefunden hat. Wenn die Bezugssituation mit der Sprechsituation identisch ist, d.h. zeitlich mit dem Sprechvorgang zusammenfällt, dann liegt die Ereignissituation in der Vergangenheit des Sprechers (Verwendungssituation A1). Diese Verwendung des Past findet sich übrigens in indirekter Rede ausgesprochen selten!
Apollo 14 (Jan. 31-Feb. 9, 1971) reached the Fra Mauro uplands. Navy Capt. Alan B. SHEPARD, Jr., and Comdr. Edgar Dean MITCHELL landed in the LM Antares while Maj. Stuart A. ROOSA cruised overhead in the CSM Kitty Hawk. After deploying ALSEP instruments, including a second laser reflector, Shepard and Mitchell towed a rickshalike, two-wheeled cart containing tools and instruments to the edge of a crater. They collected 42.9 kg (94.3 lb) of rocks and soil and spent 9 hours and 9 minutes outside on two EVAs. Quarantining returned lunar astronauts at Houston for 14 days after their departure from the Moon was terminated after this mission. (Grolier Encyclopedia, CD-ROM)

Indirekte Rede

[The Cuban cook to the inspector:]
"She come through my kitchen, she did, and she had a knife, I tell you. She had a knife in her hand. She come through my kitchen and out the door. Out into the garden. I saw her."

(...)

[The dectective to the husband:]
"This man Enrico states that your wife passed through the kitchen on her way through the dining-room, and went out into the garden and that she was carrying a knife.
(...)
"He said your wife came out into the kitchen, that she looked upset, that she had a knife in her hand." (Christie 1964:80-82)

He said in his urbanest manner: "You said you liked Satra very much." He had noticed the tense though he hadn't then commented.
"I still do."
"I rather think I like ham too."
"I didn't know that you'd ever met him."
Julia was surprised and showed it. (Haggard, Hardliners, 137)

(About story-telling in the middle-ages:)
Everybody knew that Charlemagne was a real person, the mighty ruler of France and neighbouring countries around the year A.D. 800. (Ashe, King Arthur, 12)

3.5.3 A2 Ereignissituation vor zukünftigem Zeitpunkt

Die Bezugssituation kann zeitlich nach der Sprechsituation liegen, d.h., vom Sprecher aus gesehen, in der Zukunft. Wenn dies der Fall ist, dann liegt die Ereignissituation normalerweise ebenfalls in der Zukunft. Das folgende Beispiel ist ein sehr schöner Beleg für diese Verwendungsweise, da die chronologischen Verhältnisse z.T. bekannt sind:

Die Sprechsituation (des Radiokommentators) findet um 10:25 Uhr statt. Zu dieser Zeit haben die Astronauten ihre Mondfähre noch gar nicht verlassen. Dies geschieht erst um 15:54 Uhr. Erst nach diesem Zeitpunkt also kann Mondgestein überhaupt gefunden werden. Die Bezugssituation, die noch später liegt, ist die des Dokumentierens und Photographierens.

This is a long and arduous time for them, they've got lots of work to do, it's all been planned out to the last second to extract the maximum scientific benefit from the experiments they set up, the rocks that they pick up, and as they go around they'll document the exact position of where the rock was found, they'll take photographs of it, and they'll describe everything they see to Mission Control. (BBC, 5.2.71)

             frühest
             mögliche
             Ereignis-                             Bezugs-
             situation                             situation
            ...........                           ...........
            : pick up :                           : document:
            : rocks   :.....zeitliche DISTANZ.....: photo-  :
            :         :                           : graph   :
            :.........:                           :.........:
               b e s p r o c h e n e   S i t u a t i o n

  10.25 h     15.54 h
 --------------------------- Zeitstrahl ------------------------->
  Sprech-
  situation

   Bild 6: Ereignis- und Bezugssituation liegen in der Zukunft

Ähnlich die Situation bei folgendem Beispiel: Sowohl die Bootsfahrt wie die Versenkung des Boots finden erst nach dem Erscheinen des Life-Hefts statt, d.h. sowohl Ereignis- wie Bezugssituation finden nach der Lesesituation (und erst recht nach der Schreibsituation) statt.
At splashdown in the Pacific the astronauts will get out of their spacecraft and into a raft and immediately put on sacklike biological isolation garments (called BIGs) which will completely enclose their spacesuits. They will then be helicoptered aboard the recovery carrier and moved - immediately - into a specially-constructed, biologically sealed van. The raft in which they rode briefly will be scrubbed down with disinfectant by a frogman and then sunk. (Life, 21.7.69)

Weitere Beispiele aus Romanen:

[Investigating the site of an explosion.]
"Ja, and don't forget one of the simplest fuses of all, hey? An ordinary cigarette gives you about eight minutes to -"
"Cigarette?" echoed Malan. "Hell, there's cigarette ends every bloody place here, Lieutenant! Surely, you can't expect us to -"
"But I do", said Kramer. "I want every cigarette end picked up, and I want the envelope you put it in marked with the exact position in which it was found. What was that remark, Malan?" (McClure, Song Dog, p. 35)

[About freezing people and the time after they have been revived.]
"Well, now, it's this way," said the salesman, smoothly, "I'll agree that stamps may be a good investment. But how do you go about establishing title to them? Sure, you've got them and you put them away in a safety deposit vault or something of the sort. And then, after you're revived, you go and get them and you probably can sell them at a likely profit. But a lot of people are buying stamps. The market might be glutted. Collecting stamps may not be done any more when you are revived, for hobbies go in cycles. You might not get as much as you'd figured. You might, even, not be able to sell them at all. And if something had happened to them, how do you get them back? Say, they were stolen, somehow. Even if you knew the one who'd taken them and even if he still had them, how could you prove that they were yours? How could you recover them? There isn't any way to establish title to a stamp collection. And what if time had ruined them? What if they'd got damp or bacteria had got to work on them or any one of a dozen other things had happened? What have you got then? I tell you, folks. You've got nothing. Absolutely nothing." (Simak, Heaven, p. 34)

Bezugssituation: "when you are revived"
Ereignissituation: were stolen, 'd got, had got, had happened

3.5.4 A3 Ereignissituation vor (irgendeinem) Zeitpunkt

Die aus Ereignis- und Bezugssituation bestehende Situationsgruppe kann sozusagen zeitlich frei in der Luft hängen, d.h. völlig unabhängig von der Sprecher- und der Hörerzeit sein.

       Ereignis-                               Bezugs-
       situation                               situation
      ...........                             ...........
      :         :                             :         :
      :         :.....zeitliche DISTANZ.......:         :
      :         :                             :         :
      :.........:                             :.........:
             b e s p r o c h e n e   S i t u a t i o n

         Bild 7: Situationsgruppe zeitlich unabhängig
Das folgende Beispiele stammt aus einer Inhaltsangabe des Romans Catcher in the Rye. Die Zeit der Bezugssituation ist identisch mit dem Zeitpunkt, den die Inhaltsangabe der Erzählung beim Lesen erreicht hat, die Ereignissituation liegt davor.
Holden Caulfield, 16, who grew 6 1/2 inches in a year and is now 6'5", is failing in four of the five courses he is taking at Pencey Prep and at the beginning of the Christmas vacation he is to be expelled from school. On the Saturday before the holiday he returns from New York City in even greater disgrace: As manager of the fencing team, he left the team's equipment on a subway train. (Morehead, 4.87)

Der folgende Text enthält die Inhaltsangabe eines Volkslieds (On Ilkla Moor):

The song tells how if one goes walking on the open moor above the Yorkshire town of Ilkley, one may catch cold and die; nobody will bury the corpse, which will be eaten by worms; the ducks will consume the worms, and the people of Ilkley will eat the ducks, so devouring the unfortunate who was unwise enough to go on the moor without a hat! (A British Sampler, A souvenir of sound, Record cover)

Auch allgemeingültige Aussagen sind nicht bezogen auf die Zeit, in der Sprecher und Hörer leben:

C: The question of the docking, I think, is erm - is a problem, and Houston were a bit disappointed that when they took the probe and drogue out and Shepard and Mitchell removed the offending probe and drogue and examined it, they could find no fault with it. And it's pretty worrying to precision engineers not to be able to find what made something go wrong, isn't it? (BBC 6.2.71)

3.5.5 B Erzählung

Die wohl häufigste Distanz, auf die das Pastmorphem verweist, ist die zwischen erzählter Welt und realer Welt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Erzählung fiktiv ist (Alice in Wonderland; Nineteen eighty-four) oder historische und/oder erlebte Ereignisse beschreibt (Frank Borman über die erste Mondumrundung), und ebensowenig ob sie in der Vergangenheit angesiedelt ist (Borman) oder in der Zukunft (Nineteen eighty-four) oder in einem völlig zeitlosen Raum (Alice).

Alice was beginning to get very tired of sitting by her sister on the bank, and of having nothing to do: once or twice she had peeped into the book her sister was reading, but it had no pictures or conversations in it, 'and what is the use of a book,' thought Alice 'without pictures or conversation?'
So she was considering in her own mind as well as she could, for the hot day made her feel very sleepy and stupid), whether the pleasure of making a daisy-chain would be worth the trouble of getting up and picking the daisies, when suddenly a White Rabbit with pink eyes ran close by her. (Lewis Carrol, Alice in Wonderland, p.11)

It was a bright cold day in April, and the clocks were striking thirteen. Winston Smith, his chin nuzzled into his breast in an effort to escape the vile wind, slipped quickly through the glass doors of Victoria Mansions, though not quickly enough to prevent a swirl of gritty dust from entering along with him. (p. 5)
...
He dipped the pen into the ink and then faltered for just a second. To mark the paper was the decisive act. In small clumsy letters he wrote:
April 4th, 1984.
He sat back. A sense of helplessness had descended upon him. To begin with he did not know with any certainty that this was 1984. (Orwell, Nineteen eighty-four, 9)

The most incredible sight of the flight - of my entire life - was my first view of the moon. We had just completed the turn that put us into lunar orbit when we passed the terminator on the moon - the hard, sharp line between darkness and light - and saw below us the hostile face of the moon. I felt as if we had been transported into a world of science fiction, with incredible lighting and awesome, forlorn beauty. The moon was so desolate, so uninviting, so completely devoid of life or anything to indicate that there ever had been life. Nothing but this great pockmarked lump of gray pumice. (Borman, LIFE 03.02.69)

Daß das Erzählen von in der Vergangenheit Erlebtem alltäglich oft mit Hilfe von Pastformen erfolgt, mag mit ein Grund dafür sein, daß dem Pastmorphem die Bedeutung 'Vergangenheit' zuerkannt wurde. Es ist zunächst schwer, sich von dieser Vorstellung zu lösen - das zeigen die Versuche, selbst Science Fiction Erzählungen (die im Past geschrieben sind, obwohl sie in der Zukunft spielen) mit Hilfe von logischen Tricks als eigentlich vergangen zu interpretieren. Der verbreitetste Trick ist der, daß man den Erzähler in die Zukunft katapultiert, aus der er dann angeblich Rückschau betreibt. Leech erspart dem Erzähler dieses harte Schicksal - indem er es dem Leser aufbürdet: "We are invited, by this convention, to look at future events as if from a vantage-point even further in the future." (1971:11) Nehls geht gar so weit, den Autor eines Science Fiction Romans zur Schizophrenie zu verurteilen: "... the narrator who has to be distinguished from the author, is living in the future, let us say in the year 2050." (1974:281)

Die angeführten Rettungsversuche wären völlig legitim, wenn es tatsächlich nur zwei Verwendungsweisen des Past gäbe, (historische) Vergangenheit und Erzählung. Aber es gibt deren ja so viele, und die alle kann man auch mit der besten Unlogik nicht mehr der Vergangenheitsthese zuschlagen.

Indirekte Rede

My glass was empty. I asked her what she would have to drink, she said Scotch and soda. (Hammett, Thin man, 4)

In der Situation, die hier erzählt wird, sagt 'er' so etwas wie "What'll you have?" und sie antwortet vielleicht: "Scotch and soda, please." Diese Situation wird erzählt, und so kommt es zur Pastform would have.

Im folgenden Beispiel wird die Rede der Sprecherin B sozusagen Wort für Wort in die Erzählsituation hineingenommen: Direkte wörtliche Rede wird zu erzählter wörtlicher Rede. Dabei werden die Tempora durch 'backshifting' verändert, um sie als 'erzählt' zu markieren, während hingegen die Struktur der wörtlichen Rede selber beibehalten wird.

Grant lay on his white cot and stared at the ceiling. (...) He had suggested to The Midget that she might turn his bed bed round a little so that he could have a new patch of ceiling to explore. But it seemed that that would spoil the symmetry of the room, and in hospitals symmetry ranked just a short head behind cleanliness and a whole length in front of godliness. Anything out of the parallel was hospital profanity. Why didn't he read? she asked. Why didn't he go on reading some of those expensive brand-new novels that his friends kept bringing him? (Tey, Daughter of time, 9)

Man findet diese Art der berichteten Rede häufig in mündlichen, umgangssprachlichen Erzählungen. Aber durchaus nicht nur.

Hier wird der Inhalt von Briefen in einem Roman aus dem 19. Jahrhundert erzählt:

[John Caldigate wurde wegen angeblicher Bigamie ins Gefängnis geworfen; die Mutter der jungen Frau hat's schon immer gewußt.]
Then there came letters from the mother, one letter hot upon the other, all appealing to those texts in Scripture by which the laws of nations are supposed to be supported. 'Give unto Caesar the things which are Caesar's.' It was for the law to declare who were and who were not man and wife, and in this matter the law had declared. After this how could she doubt? Or how could she hesitate as to tearing herself away from the belongings of the man who certainly was not her husband? And there were dreadful words in these letters which added much to the agony of her who received them ... (Trollope, Caldigate, 339)
Im folgenden Beispiel wird in ähnlicher Weise der Inhalt eines Tonbandes erzählt. Man beachte (auch hier) das fehlende Einleitungsverb. Der letzte Satz des erzählten Tonbandinhalts (Thank you for listening) ist direktes wörtliches Zitat, es soll den Leser zurückholen in die Erzählgegenwart, d.h. zu den Ereignissen, die zu dem Zeitpunkt stattfinden, den die Erzählung gerade erreicht hat.
Russell drew the tape from the meticulously sealed envelope (...) Russell smiled. These tapes were a thing of the Prime Minister's, one of his idiosyncrasies. (...) On tape the Prime Minister was well worth listening to. Besides, a tape could, at a pinch, be disowned. A minute or letter couldn't. Russell put this one on to his own machine, listening carefully. He wasn't surprised at the news it gave him: indeed, he had rather been expecting it ... Russell would remember their conversation in the country? He did? Then the Prime Minister had been considering it, and the more he considered the more he inclined to the view that the essential of the affair was not the relationship between Bonavias and the Bakerloo but that between Bonavias and Radarmic. Russell would also remember that they had touched on certain possibilities in connexion with the latter. The Prime Minister had now decided that that avenue must be explored. (The tapped emitted an apologetic little cough for the banality and a request to put more soda in it. Then it went on.) As a jog to Colonel Russell's memory - doubtless unnecessary - the Prime Minister would remind him that they had agreed that if Radarmic could be detached from Bonavias by the Bakerloo, Bonavias themselves could .... Well, the rape of Bonavias by the Bakerloo wouldn't in that case be an immediate national disaster. Immediate - that was the operative word. (Another little cough, for the Prime Minister wasn't insensitive to clichés. He used them when they served him, but he was a considerate man.) Certain information had been coming in from the Continent ... Russell stopped the tape. (...) He flicked the switch again. ... Information had been coming in from the Continent, and there didn't seem much doubt that something was brewing. (...) And after that they'd see. Well, there it was. Thank you for listening. Russell, smiling again, rewound the tape. (Haggard, Arena, 1961:108)

Wenn Gedanken in dieser Weise erzählt werden, spricht man auch von erlebter Rede:

Eveline looked round the room, reviewing all its familiar objects which she had dusted once a week for so many years. Perhaps she would never see again those familiar objects from which she had never dreamed of being divided. She had consented to go away, to leave her home. Was that wise? She tried to weigh each side of the question. In her home anyway she had shelter and food; she had those whom she had known all her life about her. Of course she had to work hard, both in the house and at business. What would they say of her in the Stores when they found out she had run away? (Joyce, Dubliners, zit. Essentials of English Grammar, 27)

[John Caldigate has told his aunt, who has been trying to trap him into marrying her daughter, that he will not do so.]
As Caldigate travelled home to Folking he turned many things in his mind. ...
Would it not have been better that he should have told his aunt frankly that he was engaged elsewhere? The lady's name would have been asked, and the lady's name could not have been given. ... The task at present before him was that of obtaining a footing in the house at Chesterton; and the more he thought of it, the more he was at a loss to know how to set about it. They could not intend to shut such a girl up, through all her young years, as in a convent. There must be present in the minds of both of them an idea that marriage would be good for her, or, at any rate, the she should herself have some choice in the matter. And if there were to be any son-in-law, why should not he have as good a chance as any other? ... Had he not proved himself to be steady, industrious, and a good man of business? In regard to position and fortune was he not such as a father would desire for his daughter? Having lost his claim to Folking, had he not regained it - and in doing so had he not shown himself to be something much more than merely the heir to Folking? An immediate income would, of course, be necessary - but there was money enough. He would ask the old man for nothing. (Trollope, John Caldigate, 124f)

Den hier diskutierten Gebrauch B des Past hat übrigens Harald Weinrich 1964 in seinem Tempusbuch ausführlich behandelt, wobei er allerdings den Fehler machte, die Verwendungsweise 'Erzählung' absolut zu setzen, auf diese Weise den traditionellen Irrtum, nur in anderer Form, wiederholend - was jedoch das Verdienst und die Faszination dieses Buchs keineswegs schmälert. Im übrigen ist Weinreich in späteren Auflagen von seiner ursprünglichen Aussage, daß Tempus und Zeit nichts miteinander zu tun haben, wieder abgerückt. Zu Unrecht, wie ich denke (und hier ja zu zeigen versuche.)

3.5.6 C Spekulation

Pastformen werden häufig dazu benutzt, die Distanz zwischen einer möglichen Situation un der Realität zu benennen.

Im folgenden Beispiel spekuliert Dr. No über Ereignisse, die möglicherweise eintreten könnten:

[James Bond has been trapped by Dr. No, who tells him about his plans concerning American rockets, which are being tested in the Pacific Ocean.]

"I have told you that I can bend the beams on which these rockets fly. (...) No one on Turk Island would be surprised if every now and then the prototype of a new series broke its flight and came down near Crab Key. To begin with, at least, it would be put down to mechanical failure. Later, perhaps, they would discover that other radio signals besides theirs were guiding their rockets. A jamming war would start. They would try and locate the origin of the false signals. Directly I found they were looking for me, I would have one last fling. Their rockets would go mad. They would land on Havana, on Kingston. They would turn round and home on Miami. Even without warheads, Mr Bond, five tons of metal arriving at a thousand miles an hour can cause plenty of damage in a crowded town. And then what? There would be panic, a public outcry. The experiments would have to cease. The Turk Island base would have to close down. And how much would Russia pay for that to happen, Mr Bond? And how much for each of the prototypes I captured for them? Shall we say ten million dollars for the whole operation? Twenty million?" (Fleming, Dr. No, p. 145f)

Weitere Beispiele:

During the twelfth orbit round the moon, Houston Control found an abort signal on the computer. Now if the computer had been controlling the engines at that time that would have been the end of the moon landing as the computer would automatically have aborted the mission and brought the lunar module Antares back to join the command module Kitty Hawk. But fortunately the computer was doing something else at the time, and Houston were able to squelch it, so that if another abort signal came up it wouldn't do anything. (BBC 5.2.71)

"What are these unappetizing offerings? Some sort of religious tribute?"
Unexpectedly the old man began to laugh, his eyes filling with tears.
"Perhaps it's to placate me," he said. "Every day for years, for longer than I can remember, they've been bringing me these guts. You wouldn't believe me if I told you, Hodges, that one of the chief problems of my life is hiding guts, getting rid of guts. ... You bet, the pigmies must think I swallow them or something, and I don't like to disillusion them, in case - well, in case I lost my power over them." (Aldiss, Equator, p. 102)

Indirekte Rede

She wrinkled her nose. "Who can tell? Jean-Paul said you'd been asking questions about the clinic on the Avenue Foch."
"Suppose I told you I wish I'd never heard of the Avenue Foch?" (Deighton 1968:45)

(...) they think it might have been a speck of ice on there, which of course would have melted as soon as they brought it into the cabin. (BBC 6.2.71)

Die traditionelle Grammatik faßt die Verwendungsweisen C (Spekulation über Mögliches) und D (Nichtrealität) i.a. unter dem Begriff des 'Irrealis' zusammen und verbaut sich so die Möglichkeit einer klaren Scheidung zwischen zwei sehr verschiedenen Situationen, was aber gerade für den Fremdsprachenunterricht von großer Wichtigkeit ist. Überhaupt tut sich die traditionelle Grammatik in diesem Zusammenhang recht schwer. Der ganze Gebrauch der Pastformen wird oft den 'conditional clauses' zugeschlagen und damit ganz aus dem Bereich des Past ausgeklammert. So gibt etwa Eckersley (1960:349) den 'past tense forms' den speziellen Namen "past subjunctive"; would-phrases heißen gemeinhin "conditional tenses", obwohl es sich es sich um normale (jeweils verschiedene) Verwendungen des Modalverbs will handelt.

Daß would-phrases mit Konditionalsätzen nur zufällig etwas zu tun haben, ist leicht an Texten belegbar. Ein ausgezählter Zeitungsartikel (in dem es darum ging, was man tun könnte, um eine bestimmte Situation zu bewältigen), enthielt 126 Verbalglieder, von denen 45 would-phrases waren, im gesamten Text aber finden sich lediglich 6 if-clauses.

3.5.7 D Nichtrealität

Pastformen können verwendet werden, um auf die Distanz zwischen einer nicht-realen Situation und der Realität zu verweisen. Der Sprecher drückt dann mit Hilfe des Past aus, daß das benannte Ereignis nicht existiert. Dieser Gebrauch ist weit seltener als C (Spekulation).

Im folgenden Beispiel geht es um Hausfrauen, die ihre Arbeit tierisch ernst nehmen, was bedeutet so viel wie is not.

I don't actually dislike housework. I much prefer it to doing someone else's letterwriting (...) It's the importance it assumes for other people that irritates. They talk about Making the Beds as though it was a piece of construction work comparable to the Sydney opera house. (Katherine Whitehorn, Observer 19.5.74, 30)

Weitere Beispiele:

(Do you like gin?)
Yes. Have you got some?
No, but if I had I'd give it all to you. (Delaney, Taste, 51)

"Mr. Max, I didn't mean to do what I did. I was trying to do something else. But it seems like I never could. I was always wanting something, and I was feeling that nobody would let me have it. So I fought them. I thought they was hard and I acted hard. But I ain't hard, Mr. Max. I ain't hard even a little bit ...
He rose to his feet.
But ... I won't be crying none when they take me to that chair. But I'll b-b-be feeling inside of me like I was crying ... I'll be feeling and thinking that they didn't see me and I didn't see them. (Wright, Native son, p. 388)

Indirekte Rede

"Walter, I might have gone all womanly. I could have said you were behaving childishly, pretended I didn't understand it. Except that it wouldn't have been true. I do understand. But I'm in this too, you know ..." (Haggard, Arena, p. 131)

[From a book review of two books by Edward Gorey.]

A rod is the very best thing to apply
When children are crying and cannot say why.
That's one of my favorite couplets - I quote it to my children constantly - but it's not by Edward Gorey. You might think it was. Gorey's curious little books combine macabre, unmistakable drawings with macabre, elusively familiar lines of prose and verse. (Newsweek, 30.10.72, p. 54)

3.5.8 E Wunsch

Pastformen benennen auch die Distanz zwischen einer erwünschten Situation und der Realität, wie sie (leider) ist. Der Sprecher drückt dann einen Wunsch aus.

Diese Verwendungsweise findet sich vor allem nach wish als einleitendem Verb, also in einer speziellen Form indirekter Rede. In diesem Fall sind Pastformen obligatorisch geworden (in fast allen andern Fällen hat der Sprecher die Wahl, ob er Distanz ausdrücken will oder nicht).

[Anderson has just saved Gervas Leat from falling under a train.]
"Please, don't mention it."
Gervas Leat climbed into his First and Anderson, walking along the corridor, into a Third. He fell into a corner seat, very glad indeed to find an empty compartment. For he was trembling. Not with fear, nor even in reaction. But with shock. Not shock that he might have missed his tackle; nor shock that the engine of a train had shaved him. But shocked he was - shocked at the realization that if he had had time to think he would have let Leat fall. Leat was antisocial, Leat was dangerous. He were better dead. (Haggard, Blind, 11)

Indirekte Rede

"Hullo, Richard," she said.
"Hullo."
"What are you doing in Venice?"
"I wish I knew."
"I wish I couldn't guess." (Haggard, Blind, 171)

"Miss Selanie," he began haltingly. "I seem to have made a great error in judgement. (...)"
He was cut off. "Mr Caxton," said the woman, "I would rather you didn't apologize. (...)" (Vogt, Quest, 125)

3.5.9 F Unsicherheit

Mit Hilfe des Pastmorphems kann der Sprecher auch die Idee der Unsicherheit ausdrücken. Dies geschieht häufig in as if- und although-clauses nach look.

Der Sprecher verweist in diesem Fall auf die Distanz zwischen einer Situation, wie sie vielleicht ist, und der Realität, die möglicherweise doch anders ist.

Im folgenden Beispiel ist Dimble, der Sprecher, sich nicht ganz sicher, ob da tatsächlich ein Pfad den Abhang hinunterführt. Es mag genausogut sein, daß er sich in der Dunkelheit täuscht.

[Darkness.] "We must go down," said Dimble.
"C a n one get down?" said Denniston.
"Not this side," said Dimble. "It looks as if a sort of path came into it over there to the right." (Lewis, Strength, 141)

Daß das Past nach look optional ist, zeigt dieses Beispiel:

One of them just mentioned that from where they are the lunar module looks as if it has a flap, by the way it's leaning. (BBC 5.2.71)

3.5.10 G Notwendigkeit

Should- und ought-phrases sowie die Pastformen nach der Kollokation it is time zeigen eine weitere Verwendungsmöglichkeit des Pastmorphems, wenn dieses nämlich verweist auf die Distanz zwischen einer Situation, wie sie (nach Ansicht des Sprechers) sein sollte, und der Realität, die (noch) anders ist.
I have called you here together because it seemed best to me that each of you should have a clear understanding of our present situation. (Wyndham, Seeds, 75)

I know what you ought to do. You ought to go to Cuba or Mexico. (McCullars, Wedding, 155)

Nach it is time ist die Benutzung von Past obligatorisch (vgl. wish).

The girl tugged at his sleeve. She said angrily, "It's time you told me what all this is about. Why's everybody trying to kill each other? And who are you? I don't believe all this story about birds. You don't take a revolver after birds." (Fleming, Dr No, 86)

Indirekte Rede

[Minutes]
M. Yunus thanked Mrs Moseley for a most stimulating and useful talk and said it was time we thought more about the role of meaning in EFL. (...) (IATEFL, 16)

Die Pastformen in diesem Beispiel illustrieren übrigens drei verschiedene Verwendungsweisen:

     thanked, said:        A1 Vergangenheit
     (it) was (time):      K  Berichterstatterzurückhaltung
     thought:              G  Notwendigkeit

3.5.11 H Nicht durchzuführender Plan

In den folgenden Beispielen benennt der Sprecher die Distanz zwischen einer Situation, wie er sie geplant hatte, und der Realität, wie sie sich entgegen seinen Plänen entwickelte.

Diese Verwendungsweise ist häufig mit Continuous gekoppelt.

Seven-twenty five. And no Bobs. But Grandpa was raucously asleep under The Observer, and so long as Grandpa slept there would be no supper. Don't let him wake, she prayed, sitting as quiet as a mouse. Then, on the stroke of seven-thirty, Grandpa surfaced from under the paper, looked balefully round, and said, "Well, are we having anything to eat tonight, or aren't we?"
Rose said bravely, "Could we wait just a few minutes? Mr Roberts may be coming."
"Who?" barked Grandpa.
Mr Roberts. He was coming last week, if you remember, but -" - "But he didn't. Doesn't look as if he's coming this week, either." Grandpa struggled to his feet."
"He said he might not be able to come until later," said the unhappy Rose.
Grandpa sat down again, trunk-like legs apart. He scowled at this watch. "Give him five minutes," he said. (Malpass, Morning, 29)

[Francis sagt einen Theaterbesuch ab. Und zwar vor der Mittagszeit.]
"It's business, naturally, or I wouldn't be letting you down. I was lunching with Kenneth Gibb, but he's had to put me off. It's dinner instead, I'm afraid. I'll have to go." (Haggard, Closed, 40)

"You were dining with him last night but he didn't turn up. I'd like to hear what he said." (Haggard, Hardliners, 48f)

"I was going to give her dinner tonight. Now she won't come." (Haggard, Hardliners, 70)

"Were you in Les Chiens this evening?" I asked.
"Haven't been there for a week," he said. "I was going tonight, but I changed my mind." (Deighton, Die, 114)

Indirekte Rede

"You got all that without seeing her?"
The blonde nodded.
"I thought you were going to speak to her, Cookie."
"I was", he said. "I changed my mind." (Spillane, Big kill, 162)

Anmerkung: thought illustriert die Verwendung M (Berichtigung).

3.5.12 I Überraschung

Überraschung oder Kopfschütteln drückt der Sprecher aus, wenn er auf die Distanz zwischen einer unerwartet eintretenden Situation (oder einer Situation, die er so nicht erwartet hat) und der normalen Realität verweist. Dies kommt besonders häufig im Verein mit could-, should- und would-phrases vor.
I do not for one moment believe a word of it, and I cannot understand what Mr Caxton's purpose could have been. (Vogt, Quest, 23)

Given the doomsday implications of the U.S. energy plight, it seems inconceivable that the nation could have raced so close to disaster so blindly. But with energy so readily available and so cheap, the country gave little thought to the huge amounts it was actually wasting. (Newsweek, 22.1.73, 39)

And as luck would have it, the worst hussy of all was in the seat right in front of me. She had attached herself to one of the young men, in fact they had performed the fact of managing to keep their arms entwined round each other's waists in the very act of climbing on to the bus and as soon as they sat down the two of them began to exchange passionate kisses. I never saw anything like at - in public, I mean. I began trembling with indignation; I felt insulted that this couple should be giving way to their loose impulses right before my eyes. (Wain, Young visitors)

[She has tried to commit suicide, but cannot remember.]
"You took all the pills in your bottle last night."
"Oh, but I wouldn't do that," she said, surprised.
"The bottle was empty."
"I wouldn't do a thing like that. Why would I do a thing like that?" she asked.
"Heck," she said, "what would I want to go and do a silly thing like that for?" (Bradbury, Fahrenheit, p. 26)

"Salaud!" said Datt. "You would attack me in my own house. You casse-pieds. You would insult me in front of my guests and assault me when I offer you wine." (...) "You will learn," said Datt. "You will learn here and now." (Deighton, Die, p. 167)

"I heard," she said, "that you were up Lonesome Hollow and came driving down the road past the Williams place this morning. What in the world would you be doing there?" (Simak, Mind, p. 52)

Indirekte Rede

"Let's just leave him there."
"Captain!" she gasped. "You wouldn't do a thing like that!"
"What makes you think I wouldn't?"
"There must be some humanity in you. You wouldn't turn your back ..."
"He's the one who is turning his back on us." (Simak, Doll, p. 82f)

In diesem Beispiel erkennt man deutlich, daß es völlig gleichgültig für die Verwendung des Pastmorphems ist, ob es Teil von indirekter Rede ist (nach think) oder in einem andern Kontext gebraucht wird.

Vielleicht gehört auch das folgende Beispiel zu dieser Verwendungsweise:

"Oh, ma'am, oh, ma'am, there's a body in the library!"
...
[Colonel Bantry, after his wife has awakened him:]
"Mary came in and said there was a body in the library?"
...
[Colonel to constables:] "It's incredible! You know, when my wife insisted this morning that the housemaid had come in and said there was a body in the library, I just wouldn't believe her." (Christie, Body, 10-18)

3.5.13 J Nichtrelevanz

Bei den folgenden Beispielen verweist das Pastmorphem auf die Distanz zwischen einer Situation, die nicht mehr relevant, nicht mehr gültig ist, und der Situation, wie sie sich jetzt darbietet.
[Sergeant Mike Foster has been murdered in Venice. Commissario Brunetti interviews Sergeant Wolf at the American base at Vicenza.]
"Then who else works here?" he asked, pointing to the three desks.
"This desk is Mike's. Was Mike's," he corrected himself. "The other desk is Sergeant Dostie's, but he's in Warsaw. They shared the computer." (Leon, Donna, Death in a strange country, p. 109)

[Colin Shepherd had conducted a murder investigation. Oddly, he had been helped by his father.]
"Odd and irregular but not illegal. From what Sergeant Hawkins told me earlier, Shepherd's father was Detective Chief Inspector at the regional constabulary in Hutton-Preston at the time. Evidently he pulled rank on Sergeant Hawkins and gave the order how things would be."
"Was Detective Chief Inspector?"
"This Sage affair was his last police case. He retired shortly after the inquest." (George, Elizabeth, Missing Joseph, p. 140)

"At midnight, then. I'll call for you."
"You could make it earlier. I had a dinner engagement tonight but I'm going to call it off." (Haggard, Hardliners, 67)

On the fifth stop of a crowded day in Devon, at 4.30pm, the 'v' word had been mentioned. The Green Party is woefully nice in these matters. They speak of the desperate state of the Earth, not the desperate state of their party's finances; about their 1989 European elections 15 per cent vote, not their current 1 per cent standing.
The candidate and Ms Parkin went off to visit Jean Ruxton, in an old people's home in Exmouth. Miss Ruxton, aged 83, has taken the county council to court over its proposal to close nine homes. "It's a privilege to meet you," Ms Parkin says, clasping her hand. It is left to the vulgar journalist to ask how she intends voting: "I'm a lifelong Conservative - a leftwing Conservative - but they're not getting me this time. I had been going to vote Liberal Democrat, but now I'm thinking of voting for you - but I won't promise."
"Of course not," Mr Toothill reassures her. (Guardian, 2.4.92, 14)

Indirekte Rede

A Whale's salvation

A synthetic substitute for sperm-whale oil that is chemically very similar to the natural product has been developed by a Standard Oil Co. of California research team. The company claims that although other synthetic substitutes had been developed in the past, rigorous laboratory testing has established Chevron Chemical OLOA 910 as closest in chemical properties to natural whale oil. (Newsweek, 22.1.73, 6)

3.5.14 K Bloßer Bericht

Die Tatsache, daß die folgende Verwendungsweise K auffallend häufig in indirekter Rede vorkommt - und außerhalb indirekter Rede überhaupt nicht - mag der Grund dafür gewesen sein, daß eine so verhängnisvolle Regel wie die der automatischen Zeitenfolge entstehen konnte.

Während der Sprecher bei den bisher illustrierten Verwendungsweisen mit Hilfe des Pastmorphems eine Distanz benennt, die vorhanden ist (die er zumindest als vorhanden ansieht), wird die Distanz bei dieser (und einigen der folgenden Verwendungsweisen) mit Hilfe des Pastmorphems erst gesetzt. Der Sprecher verwendet in diesem Fall also Pastformen, um eine Distanz zu setzen zwischen der Situation, über die er berichtet (die besprochene Situation B), und der Situation, in der er sich als Berichterstatter befindet. Er will damit ausdrücken, daß er versucht, die besprochene Situation B so darzustellen, wie der Sprecher B das getan hat, und zwar so gut er nur kann, und völlig unabhängig davon, wie er selbst diese Situation sehen mag. Er will sagen, daß er sich zurückhält, daß er weder direkt noch indirekt einen Kommentar abgibt. daß er lediglich berichtet. Es liegt in der Natur der Sache, daß professionelle Berichterstatter, z.B. Journalisten, sich dieses Mittels sehr häufig bedienen.

Wer einer automatischen Zeitenfolge das Wort redet, verbaut sich den Weg, die kommunikative Absicht des Sprechers zu verstehen.

Indirekte Rede

"Miss Brendon would like to see you."
Diana nodded.
"Tell her to come up as soon as she's free."
"And Lady Tewley wishes to make an appointment."
"But - oh, with me personally, you mean? Why?"
"She said it was a personal matter. She was very insistent. I arranged provisionally for three o'clock. I can cancel if you like." (Wyndham, Lichen, 126)

A Justice Ministry source said yesterday that Mr Alpaslan had made it clear that Turkey was ready to hand Timothy over on the basis of complete reciprocity. Britain would have to guarantee that he would serve the rest of his sentence there, the source added.
So far British Embassy sources have said that Britain was opposed to an exchange of prisoners but the Foreign Office in London wanted to ascertain precisely what the Turkish position was. (Times 13.10.72:9)

What is significant is that where previously ministers have suggested that the treaty would have to be signed before Christmas, now, it is said, no great disservice will be done if it is not signed until January. (Times, 1.12.71)

Last weekend, the statement of the central bankers that they would continue to support the dollar at $ 35 an ounce positively increased the speculation. (Observer 17.3.68)

[Report on a speech by Anthony Barber.]
Before next April, it was essential that the man in the street should know how the change would affect him. The Government would be taking steps to see that the general public fully understood how their daily purchases of goods and services would be affected. (Daily Telegraph 6.12.72)

Die Beispiele illustrieren noch einmal, daß 'backshift' nicht an die Tempusform eines einleitenden Verbs gebunden ist. Wenn der Sprecher Berichterstatterzurückhaltung ausdrücken will, dann tut er das selbst dann, wenn gar kein einleitendes Verb vorhanden ist.

3.5.15 L Widerspruch

Der Sprecher kann eine Distanz setzen mit genau der entgegengesetzten Absicht als bei der vorigen Verwendungsweise K (Reporterzurückhaltung ). Statt Zurückhaltung auszudrücken, kann er mit Hilfe des Pastmorphems auch Widerspruch anmelden. Past meint dann die Distanz zwischen der Art und Weise, wie der Sprecher B die besprochene Situation B sah und wie der Berichterstatter sie sieht, Past zeigt in diesem Fall an, daß der Berichterstatter nicht einverstanden ist mit der Interpretation des Sprechers B.

Indirekte Rede

Das folgende Beispiel entstammt einer Diskussion zwischen zwei Musikkritikern des Observer. Der Vertreter der klassischen Musik:
You said in The Observer that the Beatles were the best songwriters since Schubert. Do you really believe that? (Observer, 1.2.72)

Aus dem Verlauf der Diskussion geht hervor, daß der Sprecher dieser Deutung äußerst skeptisch gegenübersteht. Genau dies drückt das Pastmorphem hier aus.

Weitere Beispiele:

(14) "Tell me, Oray - frankly - do you think I'm hardboiled?" "No, far from it. Why, has anybody been saying you were?" (zit. Korsakov 1969:226)

Somebody had said, or was saying, that we were descendants from monkeys, which was quite absurd, though it might be true enough. (zit. Korsakov 1969:224)

Auch hier ist das Tempus des einleitenden Verbs völlig irrelevant.

3.5.16 M Berichtigung

Leech (1971:12) merkt in seiner (mehr oder weniger aufzählenden) Liste von Pastverwendungen diese an: "(...) the use of the Past to point (sic!) a contrast with an unspoken present alternative: I THOUGHT you were leaving (sc. '... but now I see you're not')". Die Hervorhebung von thought zeigt, daß es dem Autor um das einleitende Verb geht, die Form were leaving ist dabei nur das automatische Produkt der Zeitenfolge. Vgl. dazu: "The back-shift rule applies not just to indirect speech in the strict sense, but also REPORTED FEELINGS AND THOUGHTS." (101) "In these cases one can scarcely substitute the Present Tense, even though the verb would normally be applicable to the time of reporting." (101f) Es wird an diesem Beispiel sehr deutlich, zu welcher Betriebsblindheit die Annahme einer Zeitenfolgeregel führen kann.

Wenn der Sprecher Äußerungen der angegebenen Art tut, dann benutzt er Past (und zwar sowohl im einleitenden Verb wie auch vor allem in Nebensatz), um die Distanz zu benennen zwischen der Situation, wie er sie zu sehen pflegte, und der Situation, wie er sie nunmehr sieht. Der Sprecher, der diese Distanz benennt, berichtigt eine frühere offensichtlich (in manchen Fällen möglicherweise) falschen Meinung.

Einleitungsverben mit dieser Verwendungsweise sind vor allem think und verneintes know.

Indirekte Rede

"To tell you the truth, I was frightened to death of you." (...) He himself [Hilliard] would never have said, 'I didn't want to meet you, I thought I was going to dislike you.' He realized now that he had been quite wrong. (S. Hill, Meeting, 47)

"I didn't expect it to be like this," Barton was saying. (...) "I'd heard all the things you do hear about the war. I hadn't expected it to be such a pleasant life. (...) I thought at least we'd be under shell fire or sharing a room with some rats." (S. Hill, Meeting, 54f)

He said in his urbanest manner: "You said you liked Satra very much." He had noticed the tense though he hadn't then commented.
"I still do."
"I rather think I like him too."
"I didn't know that you'd ever met him."
Julia was surprised and showed it. (Haggard, Hardliners, 137)

"Now and then we can sit back and think."
"Yeah, people say that sort of thing, but what is there really to think about? It sounds like the chair creaking, this sitting back and hearing yourself think, and what more is there to it, if you get down to the tacks?"
"I never knew you were a philosopher." (zit. Korsakov, 224)

3.5.17 N Bestätigung

Der Sprecher kann das Pastmorphem verwenden, um darauf hinzuweisen, daß die Distanz zwischen einer früheren Interpretation einer Situation und seiner jetzigen Interpretation gar nicht vorhanden ist, daß er also immer noch dieselbe Meinung dazu hat. Er benennt die Distanz, um sie wegzudiskutieren.

Indirekte Rede

"Am I really so bad as that?"
"Yes, you are."
"I suppose you're right. I've always known I was a poor speciment, really." (zit. Korsakov, 226)

If they can do things like this there's no one who can save us but you, Toffy. I always knew you were a clever one. We'll obey you, Toffy. (zit. Korsakov, 224)

Auch hier ist die Form des einleitenden Verbs ohne Einfluß.

3.5.18 O Unwissenheit des Hörers

Manchmal verweist der Sprecher auf die Distanz zwischen der Situation, wie der Hörer sie sehen sollte (nach den Informationen, die er doch hat), und der Situation, wie er sie sieht. Auch diese Verwendungsweise ist auf indirekte Rede beschränkt, wobei der Sprecher i.a. auf eine Information verweist, die er schon einmal explizit oder implizit gegeben hat.

Indirekte Rede

"And how many times have I told you that you were not to play with George? How many times, Curtiz?" (zit. Korsakov, 226)

"Hello," said Carol. Martin's pen jerked.
"Oh, I'm sorry," said Carol.
Martin blotted carefully and began to erase.
"Let me help," said the girl.
Martin stopped erasing and looked at her.
"I said I was sorry," Carol said defensively. (zit. Korsakov, 224)

"He really is the most vulgar man," said Charly.
"He's insufferable,", said Singleton.
"I only said he was vulgar," said Charly. "I didn't say I didn't like it." (Deighton, Horse, 97)

"The fat man raised his glass, smiled at its emptiness, and rose to fill it and Spade's.
"You begin to believe me a little?" he asked as he worked the siphon.
"I haven't said I didn't."
"No," Gutman chuckled. "But how you looked." (Hammett, Maltese, 113)

3.5.19 P Höflichkeit, Bescheidenheit, Unverschämtheit

Wie bei den Verwendungsweisen K (Berichterstatterzurückhaltung) und L (Widerspruch) benennt der Sprecher auch bei der jetzt zu illustrierenden Verwendungsweise nicht eine real existierende Distanz, sondern schafft sie erst durch den Akt der Benennung. Die Wirkung ist allerdings dort und hier verschieden. Bei K und L schiebt er eine Distanz zwischen seine Situation und die besprochenen Situation samt der dort enthaltenen Aussage, um zu zeigen, Nach der Setzung der Distanz ist diese in der Welt, existiert, sowohl für den Sprecher wie den Hörer.

Anders hier. Hier werden zwar Pastformen benutzt, aber man benutzt sie gleichsam mit einem Augenzwinkern. Beide, Sprecher und Hörer, spielen ein Spiel, das Spiel des Als-ob. Der Sprecher tut nur so, als würde er eine Distanz setzen, und der Hörer tut so, als würde er diese Distanz sehen, und handelt entsprechend.

Die Wirkung des Past bei dieser Verwendungsweise kann sehr verschieden sein.

Der Sprecher setzt Past auf diese Weise z.B. ein, wenn er nicht umhin kann, in die Privatsphäre, sozusagen in das Territorium des andern einzudringen. Indem er so tut, als sei da eine Distanz zwischen seiner Situation und der des Hörers, nimmt er dem Hörer das Gefühl, daß er bedrängt wird, daß er attackiert wird, daß ihm die Luft zum Atmen genommen wird. Diese Wirkung bezeichnet man gemeinhin als Höflichkeit. (Zu demselben Zweck bringt man z.B. Blumen mit, wenn man in die Wohnung eines andern, also in dessen Territorium, eindringt.)

[Landlady to holiday guests, St. Ives, 1970:]
Would you be needing a cot?
Would you be using the single bed upstairs?

[Man bietet Mark an, ihn am andern Tag abzuholen.]
"(...) Do you know, since you're so kind, I think I'd better accept your onfer and go over to Wither for the week-end. What time would you be starting?" (Lewis, Strength, 28)

Zur Wirkung der Höflichkeit in den obigen Fragen trägt außer dem Pastmorphem sowohl will als auch Continuous bei.

"Had you already got a reservation, sir?" the porter asked.
"No. No, I don't think so." (Greene, Third man, 29)

"When are you leaving on your Herne Bay jaunt?"
"I was thinking of taking a train this morning, sir, but if you would prefer that I remained till tomorrow -"
"No, no, perfectly all right. (...)" (Wodehouse, Jeeves in the offing, 16)

Degarmo lunged past the desk towards an open elevator beside which a tired old man sat on a stool waiting for a customer.
The clerk snapped at Degarmo's back like a terrier.
"One moment, please. Whom did you wish to see?"
Degarmo spun on his heel and looked at me wonderingly.
"Did he say 'whom'?"
"Yeah, but don't hit him,' I said. "There is such a word." (Chandler, The lady in the lake, 206)

Indirekte Rede

What did you say your name was?
Bernard Jenkins is my assumed one. (Pinter, Caretaker, 25)

Die Wirkung der Höflichkeit ist auf den Hörer gerichtet, der Sprecher ist höflich, um dem Hörer nicht zu nahe zu treten. Dieselbe Verwendungsweise kann auch auf den Sprecher gerichtet sein, dann ist die Wirkung Bescheidenheit, Zurückhaltung. Man kann sich vorstellen, daß die Wirkung dadurch entsteht, daß der Sprecher sich sozusagen in die Ferne katapultiert, dort sieht er dann ganz klein aus, selbst wenn er sein Territorium verläßt, kann man das nacht feststellen, und so wirkt er ungefährlich und alles andere als bedrohlich, und der Hörer kann beruhigt mit ihm kommunizieren.

"What bothers me is what he said. I have life to give, he said. What did he mean by that?
"I wouldn't know," said Sara. (Simak, Doll, 125)

Mrs. Hargreaves, the organist's wife, came into the room breathing heavily, and bearing a large green plastic pail.
"What about this," she said, "for the apple bobbing? Kind of gay, I thought."
Miss Lee, the doctor's dispenser, said, "Galvanised bucket's better. Won't tip over so easily. Where are you going to have it, Mrs. Drake?"
"I thought the bobbing for apples had better be in the library. The carpet's old there and a lot of water always gets spilt, anyway."
"All right. We'll take 'em along. Rowena, here's another basket of apples." (A. Christie, Halloween, p. 7)

Indirekte Rede

"Walter was always against a merger. I can tell you that now."
"I don't deny we'd guessed at it."
"You guessed quite rightly." (Haggard, Arena, 168)

"Edna mentioned him [Clinton Whitehill] to me," said Bill. "They sent us a wedding present."
"Oh, I'm sure they did," said [Paul] Everett. "He took sort of a liking to me, through fishing, I guess it was. He's a great friend of Sterling Logan, that you met at lunch today, and it wouldn't surprise me if Clinton Whitehill was behind Logan inviting me to the Round Table. Well, there you see the site of the new country club, and I guess it was time we started back." (O'Hara, Ewings, p. 210)

Die Mitteilung interessanter Fakten wird oft statt durch do you know durch Did you know eingeleitet - eine Rückversicherung für den Sprecher, falls er dem Hörer Selbstverständlichkeiten mitteilt.

Did you know that the Bible contains the whole course of this world's history? (...)
Did you know that the Bible foretold 600 years B.C. that a FEDERATION OF EUROPEAN NATIONS would come into being (...)
Did you know that the Bible foretold the scattering of Israel among the nations of the world (...)
Did you know that John the writer of the fourth Gospel (...)
Did you know that much of the Old Testament and also the New is devoted to (...) (Religious pamphlet)

Eine dritte Wirkung ist genau gegenteilig. Der Sprecher, indem er Pastformen benutzt, tut so, also sei zwischen seiner Situation und der des Hörers eine Distanz, obwohl es dafür keinen objektiven Grund gibt. Sein Ziel ist, das Gefühl einer unüberbrückbaren Distanz beim Hörer zu erwecken, der Hörer kann dem Sprecher nicht das Wasser (herüber-)reichen, der Sprecher ist unerreichbar. Der Sprecher wirkt dann unverschämt, im günstigsten Fall unhöflich.

Two middle-aged women came up to us. I had seen them several times before, sitting in box seats.
"Are you the manager?" one of them asked Rocky.
"Not exactly," Rocky said. "I'm the assistant manager. What was it you wanted?"
"I'm Mrs Higgy," the woman said. "This is Mrs Mitcher. Could we talk to you in private?"
"This is as private as any place I got," Rocky said. "What was it you wanted?" (McCoy, Horses, 87)

Indirekte Rede

"Where are you from?"
She lay looking blandly at him.
"I asked you where you were from," he said.
Again she said nothing. He pushed himself away from the wall with a tight look on his face.
"Ing-Inglewood," she said hastily.
He looked at her coldly for a moment (...). (Matheson, Omega, 128)

3.5.20 Zusammenfassung

Es dürfte deutlich geworden sein, daß die Verwendung von Past in jeder Kommunikationssituation, also auch bei indirekter Rede, von der kommunikativen Absicht des Sprechers abhängt, keineswegs von einem irgendwie gearteten strukturellen Automatismus. Dasselbe gilt für die Nicht-Verwendung von Past, d.h. für die Verwendung von Presentformen. Ich möchte dies wenigstens an einem Beispiel (wiederum aus dem Bereich der indirekten Rede) zeigen.

3.6 Die Nicht-Verwendung von Past

Grundsätzlich wird ein Sprachzeichen dann nicht benutzt, wenn der Sprecher keines der Referenda, auf die das Zeichen verweisen kann, benennen will. (Wer keinen Tisch benennen will, sagt nicht "table".)

Dafür kann es drei verschiedene Gründe geben:

  1. Es ist in der besprochenen Situation kein entsprechendes Referendum vorhanden.
    (Ein Afrikareisender wird in einem Vortrag über die Sahara kaum das Wort Schnee benutzen.)
  2. Es ist zwar ein Referendum vorhanden, aber der Sprecher sieht keinen Grund, darauf zu verweisen.
    (Ich habe in diesem Text bisher nicht vom unbestimmten Artikel gesprochen, obwohl die Beispieltexte diesen vielfach enthalten.)
  3. Es ist ein Referendum vorhanden, aber der Sprecher hat einen Grund, nicht darauf hinzuweisen oder gar, es zu verschweigen.
    (Als 1945 die Franzosen die Schwäbische Alb besetzten, haben die Bewohner des Dorfes Apfelstetten, das etwas versteckt in einem ehemaligen Vulkankrater liegt, das Ortschild abmontiert - die Besatzer sollen das Dorf erst Wochen später entdeckt haben.)

Present, und nicht Past, wird also dann verwendet, wenn der Sprecher keine Distanz benennen (oder setzen) will, d.h. wenn er weder Vergangenheit ausdrücken will, noch Erzählung, noch Spekulation, noch sonst eine der Ideen, die man mit Hilfe von Past ausdrücken kann. Und dies gilt natürlich sowohl außerhalb wie innerhalb von indirekter Rede.

Es gibt unendlich viele Situationen, wo dies der Fall sein kann. Hier ein paar wenige Beispiele aus Situationen indirekter Rede.

  1. Ein Sprecher benutzt Present, weil die besprochene Situation keine Distanz enthält.

    [Astronaut Mitchell auf dem Mond im Gespräch mit Houston:]
    "That old LEM looks like it's got a flat over there, the way it's leaning." (Herald Tribune, 8.2.71, p.2)

    [BBC-Kommentator:]
    One of the astronauts mentioned that in the valley they're walking through the angle of the sun is making it difficult for them to see. But they are among a lot of boulders, mostly rounded but some angled. One of them just mentioned that from where they are the lunar module looks as if it has a flap, by the way it's leaning. But this is only seven degrees which is well within the safe limits for take-off. (BBC 6.2.71)

    Die Situation, die der BBC-Kommentator direkt oder indirekt bespricht, findet statt praktisch in dem Augenblick, wo er sie bespricht. Noch immer marschieren die Astronauten durch das genannte Tal, noch immer macht ihnen die Sonne Schwierigkeiten. Was die Mondfähre angeht, so sieht sie zwar nicht immer so aus, als hätte sie einen 'Platten', aber jedenfalls so lange, bis die Astronauten den Mond wieder verlassen, und d.h. auf jeden Fall noch im Augenblick.

    Keines der in indirekter Rede besprochenen Ereignisse ist vergangen, temporale Distanz fehlt also. Die besprochene Situation ist auch durchaus real, keinesweg spekulativ oder nicht-real. Nur der 'Platte' der Mondfähre könnte Past erwarten lassen. Aber schon Mitchell, der Sprecher B, hatte keines benutzt. Past würde in diesem Zusammenhang Unsicherheit ausdrücken, er aber ist keineswegs unsicher, ob da ein 'Platter' ist oder nicht, es ist offensichtlich, daß die Mondfähre keinen 'Platten' hat, schließlich besitzt sie weder Räder noch Reifen.

    Es wäre endlich möglich, daß der Sprecher Reporterzurückhaltung ausdrückte. Aber dazu besteht kein Grund. Beide, der Astronaut und der Reporter sehen und hören dieselbe Situation, der Astronaut unmittelbar, der Reporter auf dem Fernsehmonitor und im Kopfhörer. Seine Informationen unterscheiden sich als von denen des Astronauten nur sehr geringfügig.

    Ein anderes Beispiel aus einen Science Fiction Roman. Neville, der glaubt, er sei der letzte Mensch auf der Erde, trifft auf eine weitere Überlebende der großen Katastrophe.

    Neville stood there gasping, looking down at her cringing form. He blinked, then took a deep breath.
    "Get up," he said. "I'm not going to hurt you."
    She didn't raise her head. He looked down confusedly at her. He didn't know what to say.
    "I said I'm not going to hurt you," he told her again.
    She looked up. But his face seemed to frighten her again. (Matheson, Omega, 124)

    Auch hier besteht keine Distanz, die Neville ausdrücken könnte. Allenfalls könnte er der Frau einen Vorwurf machen, daß sie immer noch nicht weiß, daß er ihr nichts tun will (Pastverwendung O: Hörers Unwissenheit). Das aber wäre völlig fehl am Platze, er würde sie damit noch mehr verängstigen, und nichts läge weniger in seiner Absicht.

  2. Der Sprecher benutzt Present, weil er keinen Anlaß sieht, eine vorhandene Distanz zu benennen.

    Bei einer Konferenz der 'International Association of Teachers of English as a Foreign Language (IATEFL) führt der bekannte Fremdsprachenautor W.R. Lee bei zwei Vorträgen das Protokoll. Das eine Protokoll beginnt so:

    Mr Elliot began by saying that for a long time the emphasis had seemed to be on teachers and teaching. In this paper he wished to consider the point of view of the learner. He considered the learner's motivation in approaching a new language, and went on to a consideration of emotional of emotional factors in the learner's make-up, and to the possible emotional effects of starting a new language and being unable to say or understand anything. People had often spoken of the importance of a good ear in language learning. He suggested that the mouth was equally important ... (IATEFL 22, p.3)

    Das zweite Protokoll:

    Mr Allwright said that the quality of pictures used to give the meaning of language at the presentation stage in language teaching is usually evaluated by applying the criteria of general commercial draughtsmanship and pictorial composition. In addition, there has been a considerable amount of work on the notion of 'readability', and experimental techniques have been devised for assessing the probability of a particular linguistic response to a picture. We can thus identify 'good' pictures in advance and reliably predict that they will not give rise to difficulties in the classroom.

    But what about pictures identified as 'bad' by the above technique? Can we, as reliably, predict that they will give rise to difficulties in the classroom?

    Apparently not. (IATEFL 22, p.7)

    Im einen Protokoll drückt der Berichterstatter Zurückhaltung bis Widerspruch aus. Im zweiten tut er nichts dergleichen. Warum?

    W.R. Lee ist, wie aus seinen Vorträgen hervorgeht, aus seinen Büchern, aus Gesprächen mit Menschen, die ihn gut kennen, ein 'Vollblutlehrer'. Was der Referent des ersten Vortrags z.B. über simulierte und natürliche und künstliche Situationen im Fremdsprachenunterricht sagt, das geht ihm gegen den Strich, wie aus seinem späteren Diskussionsbeitrag hervorgeht. Für den Berichterstatter besteht also offenbar Grund, dem Leser des Protokolls mindestens klar zu machen, daß das, was im Protokoll steht, nicht seine persönliche Meinung ist. Zu diesem Eindruck trägt auch die ungewöhnliche Häufung von einleitenden Verben bei: Mr Eliot went on, he stated, Mr Eliot pointed out, he considered, he thought, Mr Eliot ended his paper by stating, which Mr Elliot considered. und überhaupt die ständige Wiederholung von consider.

    Ganz anders das zweite Protokoll. Ein einziges einleitendes Verb, dann lauter Presentformen. Offenbar besteht kein Anlaß, die Aussagen dieses Referenten als dessen persönliche Meinung zu markieren, obwohl dies in der Kommunikationssituation des Protokollschreibers nicht unüblich ist. Vielleicht deshalb (es scheint jedenfalls wahrscheinlich auf dem Hintergrund des andern Protokolls), weil Lee den Ausführungen von Mr. Allwright zustimmen kann.

  3. Der Sprecher benutzt Present, weil er einen Grund hat, eine vorhandene Distanz unbenannt zu lassen oder zu verschweigen.

    Der folgende Text ist das Protokoll einer Diskussion, die einem Vortrag von F.L. Billows über Gruppenarbeit folgte. In einem Protokoll erwartet der Leser, auf Grund seiner Erfahrung, den Ausdruck von Reporterzurückhaltung, also die Verwendung von Past (Verwendungssituation K). Past tritt im größten Teil des Protokolls auch auf, mit Ausnahme der Stelle, an der Billows erste Antwort berichtet wird. Hier erscheinen Presentformen, d.h. wird das Past für kurze Zeit zurückgenommen.

    N. Le Foll asked how the groups were formed. L. Billows said that the class elects six pupils as leaders. Each leader chooses the members of his group. If one of the leaders is unsuitable, nobody agrees to join his group and he usually ends by joining one of the other groups. If some pupils choose to work on their own, they have to write six copies of their work to hand to other groups. They too end by joining the others.

    Nina Haijnal asked what instructions he gave the class when asking them to choose group leaders. L. Billows replied that he gave no particular instructions. If the wrong leader emerged, it was valuable for the class to find this out.

    Caroline Findley asked whether, in saying 'group leaders', he meant leaders in terms of popularity and dynamics or in terms of ability in English. L. Billows said that leaders need not be the most popular or the best at English, but they must, of course, have basic competence in English. There were different types of leaders. The three main ones were (a) the most dynamic within the group, (b) the one who could best represent the group to others, and (c) the average member of the group. Leaders were changed quite frequently. (IATEFL Newsletter 42:19)

    Past drückt Distanz aus (oder, wie hier, setzt sie in die Welt). Wenn Past plötzlich weggenommen, wenn die Distanz plötzlich aufgehoben wird, schnellen die Ereignisse gleichsam in die Nähe und erregen die Aufmerksamkeit des Lesers. Das kann die verschiedensten Wirkungen haben. Hier wird dadurch eine bestimmte Textstelle besonders hervorgehoben. Sie ist das Kernstück des Protokolls, worauf sich alle späteren Diskussionsbeiträge beziehen. Sie enthält auch die Gedanken, die für einen Leser, der Gruppenarbeit durchführen will, besonders wichtig sind. Keinesfallls hat die Verwendung von Presentformen hier etwas mit dem Grad der Allgemeingültigkeit der Aussage zu tun - die späteren Aussagen Billows sind nicht weniger allgemeingültig.

    Die unerwartete, plötzliche Wegnahme des Past gibt es immer wieder in Erzählungen. Dies fiel Grammatikern schon vor so langer Zeit auf, daß das Phänomen einen eigenen Namen bekommen konnte: 'historisches Präsens'. Es findet sich in modernen Romanen zuweilen an besonderen Höhepunkten in Erzählungen, die Grenze zwischen der erzählten Welt und der unsrigen wird weggesprengt, das Geschehen schnappt näher, die Erzählung beschleunigt sich und erzeugt dabei den Eindruck von besonderer Lebendigkeit.

    "So Forbes came in here and cut up a row on the night of the murder?"
    "Yes. Came clear up to Angus's bedroom here, and wanted to have it out. Drunk, as like as not."
    "But they cleared him out, didn't they?"
    "They did. Or rather Angus did. Angus was no soft 'un for all his years and weight. Then the womenfolk joined in and they had to search the bedroom and even the other rooms to make sure Alec hadn't sneaked back."
    "Which, evidently, he hadn't."
    "Right. Then Angus locks his door - and bolts it. In the night something happens."
    If his fingernails had been longer, Colin would have gnawed at them. (Carr, Constant suicides, 58)

    Die besondere Wirkung der Lebendigkeit zeigt sich übrigens nicht in Erzählungen, die von vornherein im Präsens geschrieben sind statt im Erzählpräteritum - was sich übrigens zu verbreiten scheint, sowohl in der deutsch- wie der englischsprachigen Literatur.

4 ZUM FREMDSPRACHENUNTERRICHT

Ein Wort noch zum Problem 'indirekte Rede und Fremdsprachenunterricht'. Die indirekte Rede bietet ein 'schönes' Beispiel dafür, wie hinderlich eine inadäquate Beschreibung für einen vernünftigen, und das heißt: für einen kommunikativen Fremdsprachenunterricht sein kann. Bis heute beschränkt sich der übliche Fremdsprachenunterricht darauf, dem Lernenden "Verschiebungskünste an toten Sätzen" abzuverlangen (Weber 1975:33). Wer das aber tut, d.h. wer die Sprache wie ein Spielzeug behandelt anstatt wie ein Werkzeug, der kann seine Schüler durch eine Übung wie die folgende in eine recht unangenehme Situation bringen:
Mehid and Parvin were talking about you yesterday. Parvin said: "He is very intelligent."

Mehid and Parvin were talking about you. Parvin said that you were very intelligent. (Yarmohammadi 1973:357)

Auf diese Äußerung kann der Angesprochene angemessen eigentlich nur mit einem Fausthieb antworten, denn der Sprecher impliziert, daß er mit Parvins Aussage keineswegs übereinstimmt (Verwendungsweise L), daß also er ihn keineswegs für intelligent hält. Dies ist ein Beispiel aus einem Aufsatz eines Linguisten für persische Englischlehrer. Aber nicht nur persische Schüler sind in Gefahr, Fausthiebe zu ernten, wo sie das dankbare Lächeln eines Geschmeichelten erwarten.

ANHANG A: Perfect als Past-Ersatz

Manchmal kommt es vor, daß wir zwei Verwendungsweisen des Pastmorphems gleichzeitig benutzen wollen. Eigentlich müßten wir dafür ein Verbalglied mit zwei Pastmorphemen bilden können. Ein Verbalglied kann aber nur jeweils ein Pastmorphem enthalten. Als Ersatz können wir dann oft Perfekt benutzen, obwohl das Perfekt (have + participle morpheme) semantisch mit dem Past absolut nichts zu tun hat.

Zuerst ein leicht verstehbares Beispiel:

Past: B Erzählung
Perfekt: A1 Vergangenheitin der Erzählung (Ersatz)

It had been the sort of thing which happened to middle-aged bankers once. Its ending at least Walter had rather enjoyed. There had been a magnificent tri-lingual scene at Airolo. At first they had insisted that he must leave the train: he was a material witness and his deposition was essential. Walter had soon fixed that. He had held his fire until a senior policeman arrived, and then he hadn't bothered to explain himself, far less mention consuls or even ambassadors. (...) (Haggard, Arena, 85f)

Das folgende Beispiel ist ziemlich ungewöhnlich, dafür umso interessanter:

Past: D Nichtrealität
Perfekt: P Höflichkeit (Ersatz)

[Mears is Hillyard's driver. He arrives while Hillyard is dressing.]
He drank some of his tea and was shaving as Mears came in. "Good morning, Mears. I've a dinner tonight. I'll change at the office and sleep in the flat there. Put my things in a bag, please."
"What sort of dinner, sir?"
"Long coats, bits of metal - the works."
George Mears said deliberately: "If we happened to be in the Lion ..."
"Let's pretend we're in the Lion."
"If we'd been in the Lion I'd have said that an early night wouldn't have hurt you."
"I look as bad as that?"
"Not bad - you don't look sick. You look pretty tired, though." Mears fumbled for a word and finally found it. "You look strained."
"I have my stresses." Walter Hillyard smiled. "I rather think I told you yesterday. I think we agreed they're what I'm paid for."
"Very good, sir."
By unspoken consent they had left the Lion again. (Haggard, Arena, 30)

Mears will Hillyard einen persönlichen Rat geben. Aber als sein Fahrer muß er da natürlich sehr behutsam zuwege gehen. Nun ist es so, daß Mears und Hillyard öfter eine Pub namens Lion besuchen. Dort im Lion führen sie persönliche und private Gespräche. Jetzt tun sie also so, als seien sie im Lion. Mears benutzt das Past, um auf die nicht-reale Situation hinzuweisen (happened). Aber das genügt noch nicht. Mears muß zusätzlich besonders höflich sein, schließlich will er seinem Boß sagen, wie er sich verhalten soll - und so fügt er das Perfekt zur Pastform hinzu (were - 'd been, d' say - 'd have said, would hurt - would have hurt).

Die Past-Perfect-Formen drücken hier also Höflichkeit in einer nicht-realen Situation aus. Auch mit dem besten unlogischen Willen dürfte es nicht gelingen, dieses Beispiel zu erklären, indem man von einer zeitlichen Bedeutung des Pastmorphems und des Perfekts ausgeht.

ANHANG B: Verwendungsweisen auf englisch

PAST USAGES - ENGLISH VERSION

.............................................................................
:                          USING THE PAST MORPHEME                          :
:...........................................................................:
:   EVENT SITUATION        :  REFERENCE SITUATION       :      USAGE        :
:..........................:............................:...................:
:A : Situation before P    : Situation at P             :  Temporal Usage   :
:  :.......................:............................:...................:
: 1:  before present       :    present                 :    past usage     :
:  :.......................:............................:...................:
: 2:  before future        :    future                  :    future P       :
:  :.......................:............................:...................:
: 3:  before some P        :    sometime, independant of:    some P         :
:  :                       :    speaker or hearer time  :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:B : Narrated sit.         : Real situation             :  Story            :
:..:.......................:............................:...................:
:C : Possible sit.         : Real situation             :  Speculating      :
:..:.......................:............................:...................:
:D : Non-real sit.         : Real situation             :  Non-reality      :
:..:.......................:............................:...................:
:E : Desired sit.          : Real situation             :  Wish             :
:..:.......................:............................:...................:
:F : Uncertain (about)     : Real sit., which may be    :  Uncertainty      :
:  : situation             : diff. from what it seems   :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:G : Sit. as it should be  : Sit. as it actually is     :  Necessity        :
:..:.......................:............................:...................:
:H : Planned situation     : Real situation             :  Impractible plan :
:..:.......................:............................:...................:
:I : Unexpected situation  : Normal situation           :  Surprise         :
:..:.......................:............................:...................:
:J : Situation which is    : Situation which is         :  Irrelevance      :
:  : no longer relevant    : relevant instead           :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:K : Reported situation    : Reporter situation         :  Mere report      :
:..:.......................:............................:...................:
:L : Sit. as seen by X     : Sit. as seen by reporter   :  Disagreement     :
:..:.......................:............................:...................:
:M : Former interpretation : Present interpretation of  :  Correction       :
:  : of situation          : situation                  :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:N : Speaker's former      : Speaker's unchanged inter- :  Confirmation     :
:  : interpretation of sit.: pretation of situation     :                   :
:..:.......................:............................:...................:
:O : Sit. as hearer should : Sit. as hearer actually    :  Ignorance of     :
:  : see it                : sees it                    :  hearer           :
:..:.......................:............................:...................:
:P :           Pretended distance between               :  Politeness or    :
:  : hearer situation      : speaker situation          :  Modesty or       :
:  :                       :                            :  Impudence        :
:..:.......................:............................:...................:

ANHANG C: ÜBUNGSVORSCHLÄGE (SITUATIONAL PATTERN PRACTICE)

Im folgenden zwei andeutende Übungsvorschläge zur indirekten Rede. Und zwar zur Verwendungsweise L: Widerspruch . Die Vorschläge sind als Regieanweisungen zu betrachten, die erst noch in ein 'Unterrichtsstück' umgesetzt werden müssen. Die Ideen stammen von Studierenden der (ehemaligen) Pädagogischen Hochschule Reutlingen.

PLANNING YOUR HOLIDAYS (B.R.)

BASIC SITUATION

David and his parents want to spend their holidays in a small town at the seaside.

PROVIDING THE MATERIAL

David goes to the travel agency and tells the agent their plans. The clerk shows him the poster of a lovely small seaside resort. He describes the hotel and the place:

The hotel is near the beach.
The beach is clean and sandy.
It is about three miles long.
The hotel is very nice.
The rooms are quiet.
You can book rooms with shower or with a bath.
There is no traffic in the town centre.
They provide coach tours.
They offer a lot of services there.
There is also a disco there.
The DJ puts on the latest hits.
There is a cinema there.
They show Westerns and thrillers.
There are some steep rocks.
You can dive from these rocks.
...

PRACTISING THE STRUCTURE

David gets some fine brochures and takes them home. He shows them to his parents and tells them about the place and the hotel.

The travel agent said it is a small quiet town, just what we want.
He told me that the hotel is near the beach.
He said the beach is clean and sandy.
...

David and his parents book a double room and a single room at the hotel.


PROVIDING THE MATERIAL II

When David and his parents arrive at the seaside resort, they get a bad surprise.

The hotel is six miles from the beach.
The beach is dirty and covered with pebbles.
It is less than 100 yards long.
Besides it is over-crowded.
There is an awful lot of traffic.
The hotel is far from being nice.
...

PRACTISING THE STRUCTURE II

David's father talks to other tourists.

The travel agent said that the hotel wass near the beach, but actually it is six miles away.
He said that the beach was clean and sandy, but actually it is ever so dirty and covered with pebbles.
...

PRACTISING THE STRUCTURE III

David's father writes a letter of complaint to the travel agent.

Dear Sir,
You said the hotel was near the beach. You said the beach was clean and sandy. You also said ...

None of this is true, however.
The hotel is six miles away from the beach. ...


BUYING A SECOND-HAND CAR (K.-H. G.)

BASIC SITUATION

Andy wants to buy a second-hand car.

PROVIDING THE MATERIAL

The salesman says:

The tires are brandnew.
The engine works perfectly.
The seats are comfortable.
The car has run 30,000 miles only.
We'll give it to you for 75.
The car will be ready tomorrow morning.
...

PRACTISING THE STRUCTURE

Andy tells his friend:

The salesman said that the tires are brandnew.
He said the engines works perfectly.
...

PROVIDING THE MATERIAL II

The next morning Andy goes to the garage, drives the car and finds:

The tires are old and worn.
The engine does not work.
The car has 130,000 miles.
...

PRACTISING THE STRUCTURE II

Andy says to the salesman:

You said the tires were brandnew. But they are old and worn.
You said the engine worked perfectly. Actually it doesn't work at all.
...

BIBLIOGRAPHIE

Quellen


ANMERKUNG

Dieser Aufsatz erschien ursprünglich in: Kongreßbericht der 7. Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik GAL e.V.. Aus Platzgründen konnten seinerzeit nur wenige Beispiele angeführt, und diese mußten zudem ihres Kontexts beraubt werden. Für diese Version wurde die Anzahl der Beispiele um ein Vielfaches vermehrt, der Kontext ist erhalten, und sie sind ausführlicher kommentiert. Außerdem illustrieren die Beispiele nunmehr die Verwendungsweisen des Past auch in 'normalen' Kommunikationssituationen und nicht nur in Situationen indirekter Rede. So zeigt sich deutlicher, daß in der indirekten Rede genau dieselben Tempusregeln gelten wie sonst auch. Die Anhänge sind neu. Ansonsten wurde der Text leicht überarbeitet.

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